Im Ge(h)-Denken setzen wir uns mit der Geschichte auseinander, als Wanderer kommen wir an Orte, durch welche die Todesmärsche im April 1945 zogen.
Wir er-innern die Geschehnisse und die Schicksale von ehemaligen KZ-Häftlingen im Unternehmen „Wüste“ und solidarisieren uns mit den Opfern und ihren Hinterbliebenen.
Im Nach-Denken versuchen wir Wege zu finden, wie wir mit dieser Vergangenheit umgehen können, damit sich solches nie mehr wiederholt.
08.45 Uhr Treffpunkt Kapelle am KZ-Friedhof in Schörzingen
09.00 Uhr Begrüßung und Informationen
09.30 Uhr Ökumen. Gedenkgottesdienst
10.00 Uhr Transfer zur Gedenkstätte Eckerwald
11.15 Uhr Führung Gedenkstätte Eckerwald und Mittagsrast
anschließend
Eckerwald - Wehingen 13,5 km | ca. 4:45 Std. | auf 265 m | ab 174 m
Wehingen - Ensisheim 14,7 km | ca. 5:45 Std. | auf 88m | ab 175 m
Ensisheim - Buchheim 16,2 km | ca. 7:00 Std. | auf 487 m | ab 387 m
Buchheim - Meßkirch 11,5 km | ca. 5:30 Std. | auf 8 m | ab 193 m
Die Wanderstrecke ist auch für wenig geübte Wanderer gut begehbar und hat landschaftlichen Erlebnischarakter.
Sie führt auf Forst-, Wald- und Radwegen über die Hochfläche und durch die Täler der Schwäbischen Alb. Wir wandern entlang von Fluss- und Bachläufen und teilweise auf dem Beuroner Jakobsweg. Dabei queren wir bei Beuron das landschaftlich sehr reizvolle Tal der oberen Donau und genießen wunderbare Ausblicke.
Die Gruppe wird begleitet durch einen Wanderführer und eine Wanderführerin sowie von einem psychologischen Begleiter.
Unterwegs erfahren wir Geschichtliches über die Todesmärsche, von den Geschehnissen in den Orten. Es besteht die Möglichkeit, mit Zeitzeugen und Angehörigen von Zeitzeugen ins Gespräch zu kommen.
In den einzelnen Orten wird unsere Wandergruppe von den jeweiligen Bürgermeistern begrüßt und es besteht die Möglichkeit, sich in den Rathäusern bzw. Gemeindehäusern aufzuwärmen und die Toiletten zu nutzen.
Die Übernachtung erfolgt in der
Evangelischen Tagungsstätte Haus Bittenhalde
Kurzensteige 29, 72469 Meßstetten-Tieringen
Internet https://www.haus-bittenhalde.de
E-Mail info@haus-bittenhalde.de
Telefon 07436-494
Dort bekommen mir morgens ein Frühstück und werden nach unseren Wanderungen mit einem Abendessen erwartet.
Das Hotelgepäck bleibt tagsüber in der Unterkunft, so dass wir auf den Wanderungen nur mit einem leichten Tagesrucksack unterwegs sein werden. Die Teilnehmenden werden von der Unterkunft mit einem Rucksackvesper und Getränk (Lunchpaket) versorgt.
Für die Transfers zwischen Unterkunft und Start- bzw. Zielorten der Etappen werden Fahrzeuge organisiert.
Ein zusätzliches Begleitfahrzeug ermöglicht unterwegs die Versorgung z.B. mit heißen Getränken und bei Bedarf auch eine Mitfahrgelegenheit.
An den Abenden sprechen wir über die Eindrücke des Tages und vertiefen die Inhalte.
Wir diskutieren darüber, wie wir in einer Zeit der Konflikte und Spannungen Lehren aus der Geschichte ziehen und uns für eine friedlichere und gerechtere Zukunft einsetzen können.
Es besteht das Angebot von seelsorgerlichen und psychologischen Gesprächen.
Nach Bedürfnis können sich Teilnehmende auch zurückziehen und den Abend allein verbringen.
Am letzten Abend gibt es nach der Rückfahrt ins Haus Bittenhalde eine Abschlussrunde. Das Veranstaltungsende ist spätestens 17 Uhr.
An- und Abreise können nachhaltig mit der Bahn bis Balingen und nach Tieringen mit Bus und Bahn erfolgen.
Bei Anreise mit dem PKW stehen ausreichend Parkmöglichkeiten an der Unterkunft zur Verfügung.
Als Nazi-Deutschland am Ende des Zweiten Weltkriegs von der Treibstoffversorgung für seine Kriegsmaschinerie abgeschnitten wurde, geriet das Ölschiefervorkommen im Vorland der Schwäbischen Alb ins Zentrum des Interesses. Ab Herbst 1943 sollten entlang der Bahnlinie Tübingen – Balingen - Rottweil unter dem Decknamen Unternehmen „Wüste“ zehn Fabriken und sieben Konzentrationslagern (als Außenlager des Konzentrationslagers Natzweiler im Elsass) errichtet werden mit dem Auftrag, aus Ölschiefer Treibstoff zu gewinnen.
Von den mehr als 12.000 KZ-Häftlingen kamen über 3.500 um, darunter viele Juden, „vernichtet durch Arbeit“, durch Krankheiten und durch Strafmaßnahmen.
Nachdem die alliierten Truppen bereits nahe herangerückt waren, begannen die Evakuierungsmaßnahmen der Lager. Für die verbliebenen über 2.000 Häftlinge begannen ab April 1945 die sogenannten “Todesmärsche” über die Schwäbische Alb, durch Oberschwaben, das Allgäu bis in die Bayerischen Alpen. Kein Häftling sollte in Feindeshand fallen.
Unter chaotischen Bedingungen, mit schlechter Kleidung und nur sehr wenig Nahrung wurden die Kolonnen erbarmungslos vorwärts getrieben. Wer nicht mehr konnte, wurde erschossen. Einige blieben am Leben und konnten von den Alliierten befreit werden.
Zurück nach oben