Über mich

Mein Name ist Jürgen Schnizler, ich bin Jahrgang 1963 und komme aus Kirchheim unter Teck in der Nähe von Stuttgart, bin verheiratet und habe zwei erwachsene Kinder. Als gläubiger Christ habe ich mich 1982 in einer Baptistengemeinde taufen lassen. Mein Beruf ist Krankenpfleger und Lehrer für Pflegeberufe und ich habe viele Jahre Altenpfleger/innen ausgebildet.

Eigentlich gehöre ich zu den Menschen, die möglichst schnell von A nach B kommen und keine Zeit verlieren wollen. Sich schnell mal ins Auto setzen und irgendwohin düsen, Urlaub machen, die Beine hoch legen und das Leben genießen. Zurück auf der Arbeit hat einen der Alltag rasch wieder überrollt und man sehnt sich schon bald nach der nächsten Auszeit.

Wir leben in einer so hektischen Zeit und sind oft gezwungen, mehrere Dinge gleichzeitig zu tun, um unser Pensum zu schaffen. Wir versuchen Zeit zu gewinnen und merken, wie sie uns wie Sand zwischen den Fingern zerrinnt.

Ich besuchte den Vortrag eines Pilgerbegleiters aus Bayern, der von seinem Jakobsweg erzählte und Bilder zeigte. Das Strahlen in seinen Augen, als er von seinen Erlebnissen auf seinem Weg erzählte, brannte sich tief in mein Gedächtnis. In mir entstand der Wunsch, es selber einmal auszuprobieren.

Als ein Arbeitsplatzwechsel anstand, nutzte ich die Gelegenheit und machte mich auf den Weg. Untrainiert, ohne Erfahrung und ohne zu wissen, was mich erwartet, stapfte ich am Karfreitagmorgen des 18. April 2014 bei strömendem Regen los. Ich musste weg, sofort, ich war reif für ... für was eigentlich? Egal. Santiago de Compostela sollte mein Ziel sein.

Jedes Jahr nutzte ich einen Teil meines Urlaubs, um einige Etappen zu pilgern. Im darauffolgenden Jahr kehrte ich jeweils an den Ort, an dem ich im Vorjahr aufgehört hatte, zurück, um meinen Weg fortzusetzen. Nach über zweieinhalbtausend Kilometer bin ich am 30. August 2018 an meinem Ziel und wenige Tage später am "Ende der Welt", in Finisterre angekommen.

Ich kam durch wunderschöne Gegenden, entdeckte Landschaften und Regionen, von denen ich noch nie etwas gehört oder gesehen hatte, lernte Menschen verschiedener Nationen kennen, es entstanden Freundschaften und zu den meisten habe ich noch heute Kontakt.

Auf meinem Jakobsweg habe ich viel über mich gelernt, ich bin immer wieder an meine Grenzen gestoßen, habe Fehler gemacht und Strategien und Lösungen entwickelt. Ich habe viel erfahren über das Leben, über mich, über die Langsamkeit und die Einfachheit und über das, was das Wesentliche ist.

Der Jakobsweg hat mein Leben verändert, ihm eine neue Richtung gegeben und ich bin froh, dass ich mich darauf eingelassen habe.

Im September 2019 konnte ich meine Qualifizierung zum Pilgerbegleiter bei der Evangelischen Landeskirche in Württemberg abschließen und 2020 ist eine Ausbildung zum Wanderführer und zum Natur- und Landschaftsführer beim Schwäbischen Albverein geplant.

Seit diesem Jahr biete ich begleitete Pilgerwanderungen, Workshops zur Vorbereitung auf den Jakobsweg, Coaching bei der selbst geplanten und organisierten Pilgerreise und Vorträge über den Jakobsweg an.
 

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